Eine Liebe, ein Verbrechen und der Versuch, verschiedene Welten zu verschmelzen.

Es hat mich schon immer interessiert, wie eine Liebesbeziehung am Ende so aus dem Ruder laufen kann, dass die beiden, die sich doch einst liebten, öffentlich angreifen. Da wird der andere schlechtgemacht, es werden Geheimnisse ausposaunt, der andere wird denunziert. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.Wie kann das sein? Welche Mechanismen setzen da ein, die Selbstkontrolle und Rücksichtnahme außer Kraft setzen und einen Menschen dazu bringen, sich gegen den einst geliebten Partner zu wenden?

Eine aktuelle Geschichte über ein prominentes Paar gab mir letztendlich den Impuls, ‚Die Magie von Dollarnoten‘ zu schreiben.Eine Liebesgeschichte ja, aber auch ein Thriller mit einem aufzuklärenden Verbrechen, der die Umstände, den Druck und die Dilemmata darlegt, in denen sich Menschen wiederfinden können.Ein Thriller, in dem man nach und nach versteht.

Für Leser

Nach meinem Examen in Literaturwissenschaft wusste ich, dass es mir in der Wirtschaft besser gefallen würde als im Kulturbetrieb oder Journalismus. Ich hatte zwar schon Beiträge für eine Studentenzeitschrift geschrieben, z.B. über Katzenhaltung im Ein-Zimmer-Appartement, oder über den Betrieb einer Bar im Studentenwohnheim, sah mich aber nicht als zukünftige Schriftstellerin. Mehr Spaß als Schreiben machte mir der Verkauf von Bausparverträgen an meine Kommilitonen. Zunächst war es eine Tätigkeit, um mein Studium zu finanzieren. Dann aber fand ich Freude sowohl an der Materie als auch am Vertrieb. Es gibt heute noch Freunde, die ihr Eigenheim meinen damaligen hartnäckigen Verkaufsaktivitäten verdanken.

 

So war ich glücklich, dass ich als völlig Fachfremde einen Platz im Trainee-Programm eines großen Versicherungskonzerns ergattern konnte. Im Einstellungstest wurde verlangt, in Windeseile Sätze zu bilden, in denen Wörter mit den Anfangsbuchstaben DSGLA vorkamen. Darin war ich gut.

Es dauerte zwanzig Jahre, bis ich zum Schreiben zurück fand. Bis dahin arbeitete ich in verschiedenen Unternehmen der Finanzindustrie, sowohl im Vertrieb als auch in diversen Ausbildungsabteilungen. Zum Schreiben zurück brachte mich die Geschichte einer jungen Frau, die mir von den ungebetenen Avancen ihrer männlichen Kollegen erzählte und bei mir Rat suchte, wie sie damit fertig werden sollte. Ich arbeitete zu der Zeit in der Personalabteilung und beschäftigte mich stark mit therapeutischen Methoden und Techniken. Unter anderem hatte ich gerade das Buch „Die rote Couch“ von Irvin Yalom gelesen. Als Psychologie-Professor suchte Irvin Yalom nach einem Weg, seinen Studenten therapeutisches Know-How und die Arbeit mit Klienten auf unterhaltsame Weise nahezubringen. Er schrieb einen spannenden Roman um einen Therapeuten und eine Klientin. Etwas Ähnliches könnte ich doch auch tun, war mein Gedanke und machte mich ans Schreiben. Zwei Jahre später war „Regelverstöße“ vollendet, ein romantic Thriller, weil es eben auch eine schöne Liebesgeschichte enthält.  Das Buch wurde sehr gut vom Markt aufgenommen. Ich bin sicher, es gibt sehr viele Frauen, die die Erfahrung der sexuellen Belästigung machen. Genauso, wie es viele Menschen gibt, die sich für Therapie und Coaching interessieren. Mittlerweile bekomme ich sogar Zuschriften von Therapeuten, die mir schreiben, dass sie mein Buch in der Ausbildung von Nachwuchstherapeuten einsetzen.

Ich schreibe meistens am Morgen. Manchmal in aller Herrgottsfrühe, bevor ich ins Büro gehe, oder auf meinen Dienstreisen abends im Hotel. Denn ich arbeite immer noch in einem Finanzunternehmen, was mir sehr beim Schreiben hilft. Ich weiß halt, was Menschen tun, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ich glaube auch, dass meine Faszination für die Welt des Geldes in jedem meiner Bücher durchscheint.

Meine Hauptcharaktere tragen oft Züge von mir selbst oder den Menschen in meinem Umfeld. Wer in der Nähe eines Schriftstellers lebt, muss immer darauf gefasst sein, dass winzige Details, Charakterzüge oder Äußerungen kreativ verarbeitet werden, obwohl ich sehr darauf achte, niemanden erkennbar zu machen, oder gar zu verletzen. Überhaupt kommen meine Ideen aus den Beobachtungen, die ich in meinem Umfeld mache, oder aus Ereignissen, über die ich lese. Oft beiße ich mich an einer Meldung, die ich interessant finde, fest und fange an, alles Mögliche darüber zu recherchieren. So ist es mir auch mit meinem Wirtschaftsthriller „Die Juniorpartnerin“ gegangen. Die Geschichte spielt im Umfeld eines Risiko-Kapitalgebers und in der Szene von Start-up-Unternehmen, von denen ja manche später die Welt verändern werden, so wie es Larry Page mit Google getan hat, oder Mark Zuckerberg mit Facebook. Aber auch kleine, lustige Begebenheiten finden Eingang in meine Bücher. So wie der Wunsch einer Freundin nach einer bestimmten Kombination von Limonade und Alkohol, eine Kreation, die dann später als „Dirty Angelique“ ihren Weg zunächst auf eine Cocktailkarte und dann in mein Buch „Ostsee-Sirenen“ fand.

Es dauert ungefähr ein Jahr von der ersten Zeile bis zum fertigen Skript. Mit der Idee für eine Handlung geht es los, dann suche ich nach dem darin verborgenen Thema, das mich und viele andere Menschen interessiert. Erst daraufhin beginnt die Entwicklung der Charaktere. Der erste Entwurf ist oft noch weit entfernt von der Endfassung. Die erste Hälfte muss stimmen, dann schreibt sich die zweite Hälfte wie von selbst. Aber bis es soweit ist, muss viel gestrichen werden und das ist das Schwierigste. Es gibt so viele Ideen, an denen ich hänge und die sollen dann über Bord gehen? Schwer für mich.

Vor vielen Jahren bin ich von Köln nach Hamburg umgezogen und ich liebe diese Stadt. Überall ist Wasser und die Nähe zur Ostsee macht es so einfach, nachmittags einen Strandspaziergang zu machen oder einen Sonntag dort zu verbringen, wo die Luft nach Salz duftet und der Himmel weit ist. Von daher spielen meine Bücher hauptsächlich in Hamburg und am Meer. Eine Großstadt ist ein wunderbarer Ort für meine Themen des Strebens nach Veränderung und dem Wunsch nach Mehr im Leben, ganz gleich wovon, Geld, Liebe, Abenteuer, Karriere. Das Meer dagegen bietet den wunderbar ruhigen Ausgleich für meine Figuren, sich von all den Anstrengungen des Lebens auszuruhen und Neues in sich selbst zu entdecken. Die Weite des Himmels und des Meeres machen eben auch den Geist frei.

Im Laufe meines Lebens habe ich allerdings auch mehrere Jahre in den USA und in England verbracht und deswegen spielt in meinem neuen Wirtschaftsthriller „Die Juniorpartnerin“ ein Teil der Handlung in London.  Es ist eine große Freude, Orte und Ereignisse, die mich emotional sehr berührt haben, in meinen Büchern zu verarbeiten. Und nicht zuletzt darum schreibe ich.